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Merles Feldbuch Kapstadt 6 Monate · Südafrika
Kapitel 3

Alle tragen dasselbe

Merle geht in Parklands zur Schule. Der Unterricht ist auf Englisch, und jeden Morgen zieht sie an, was alle anderen auch anziehen. Das ist ungewohnt — und hat gute und weniger gute Seiten.

Wo Merle jetzt hingeht

Die Schule heißt Blouberg International School und liegt in Parklands, einem Stadtteil im Norden von Kapstadt, nicht weit vom Meer.

Englisch

Alle Fächer, den ganzen Tag

Uniform

Jeden Tag, für alle gleich

Assembly

Montags treffen sich alle in der Halle

Hier klebt bald ein Foto
Mein Schulhof — mit Palmen.

Zwei Uniformen, eine Woche

Tippt auf die Tage, um zu sehen, was Merle anzieht.

Die feine Uniform

Formal Dress
  • weißes Hemd mit Knöpfen
  • dunkelblauer Pullover mit Schulwappen
  • Rock oder Hose in Schulfarbe
  • Kniestrümpfe und feste Schuhe

Warum? Am Montagmorgen kommt die ganze Schule in der großen Halle zusammen. Das heißt Assembly: Es wird gesungen, es gibt Neuigkeiten, und wer etwas gut gemacht hat, wird vor allen gelobt.

Ist eine Uniform gut oder blöd?

Darüber kann man richtig streiten. Hier sind beide Seiten — und dann dürft ihr in eurer Klasse abstimmen.

Das ist richtig gut daran

  • Morgens null Diskussion

    Es gibt nichts zu entscheiden. Anziehen, fertig, keine Diskussion am Frühstückstisch.

  • Keiner wird wegen Klamotten ausgelacht

    Ob jemand teure Sachen hat oder nicht, sieht man nicht. Das ist der Grund, warum es die Uniform überhaupt gibt.

  • Man erkennt sich von weitem

    Beim Ausflug sieht man sofort, wer zur eigenen Schule gehört.

Das nervt manchmal

  • Die Lieblingssachen bleiben im Schrank

    Das schönste T-Shirt darf nur am Wochenende raus.

  • Von hinten sehen alle gleich aus

    Auf dem Pausenhof tippt man aus Versehen das falsche Kind an.

  • Uniformen kosten Geld

    Man kann nicht einfach anziehen, was man schon hat — die Sachen muss man extra kaufen.

Abstimmung in der Klasse

Wer wäre dafür, dass es an der Grundschule Nettelnburg auch eine Schuluniform gibt? Zählt die Hände und schreibt Merle das Ergebnis — sie ist wirklich gespannt.

Bitte auch aufschreiben, warum! Das ist das Interessanteste daran.

Wörter, die Merle jeden Tag braucht

  • Pause

    break

    sprich: brejk

  • Hausaufgaben

    homework

    sprich: houmwörk

  • Brotdose

    lunch box

    sprich: lantsch box

  • Turnhalle

    school hall

    sprich: skuul hool

  • Kann mir jemand helfen?

    Can you help me, please?

    der wichtigste Satz überhaupt

In Südafrika gibt es zwölf Amtssprachen Sachunterricht

In Deutschland gibt es eine Amtssprache. In Südafrika sind es zwölf — seit 2023 gehört auch die südafrikanische Gebärdensprache dazu.

In Kapstadt hört man vor allem drei davon: Englisch, Afrikaans und isiXhosa. Viele Menschen wechseln mitten im Gespräch zwischen den Sprachen hin und her, ohne darüber nachzudenken.

Afrikaans ist aus dem Niederländischen entstanden — und Niederländisch ist mit dem Deutschen verwandt. Deshalb kann man manche Wörter einfach raten: water ist Wasser, huis ist Haus, skool ist Schule.

So sagt man Hallo

  • Hello! Englisch So sagt es fast jeder in der Schule.
  • Hallo! Afrikaans Klingt fast wie auf Deutsch — kein Zufall.
  • Molo! isiXhosa Sprich: Mo-lo. Zu mehreren: „Molweni!"
  • Howzit? Südafrikanisch für alle Heißt: Na, wie geht’s?

Warum gibt es an vielen Schulen in Südafrika überhaupt Uniformen?

Antwort zeigen

Der wichtigste Grund ist: Man soll nicht sehen, wer viel Geld hat und wer wenig.

In Südafrika gibt es sehr reiche und sehr arme Familien, oft in derselben Stadt. Wenn alle Kinder dieselben Sachen tragen, fällt beim Blick auf den Schulhof niemand auf, weil seine Kleidung alt ist oder weil er keine teuren Turnschuhe hat.

Es gibt aber auch einen Haken: Uniformen muss man kaufen, und sie sind nicht billig. Für manche Familien ist genau das ein Problem.